Polnische Historische Mission

Universität Würzburg
Am Hubland, Philosophisches Zentrum (7/U/9)
97074 Würzburg, Deutschland
e-mail: renata.skowronska@uni-wuerzburg.de

Würzburg; foto: Bartłomiej Łyczak

Geschichte im mitteleuropäischen Kontext

Geschichte im mitteleuropäischen Kontext ist eine Schriftenreihe der Polnischen Historischen Mission, die auf Anregung von Historikern der Nikolaus-Kopernikus-Universität Toruń seit 2021 erscheint. Die Reihe wird traditionell (auf Papier) veröffentlicht: Bestellungen können unmittelbar über die Website des Verlages Vandenhoeck & Ruprecht erfolgen. Gleichzeitig sind alle Beiträge auf der Website des Verlages kostenlos zugänglich (Open-Access-Publikation im Sinne der CC-Lizenz BY-NC 4.0).

Publishing instructions for the series Geschichte im mitteleuropäischen Kontext (Volume 7, 8, 9).

Im April 2023 veröffentlichte die Zeitschrift Forum Akademickie einen Artikel, in dem festgestellt wurde, dass einer der im ersten Band der Reihe Geschichte im mitteleuropäischen Kontext veröffentlichten Beiträge nicht den Grundanforderungen für eine wissenschaftliche Arbeit entspreche. Derzeit werden die Vorwürfe gegen den Autor dieses Textes an der Nikolaus-Kopernikus-Universität von einer zuständigen Disziplinarstelle geprüft. Als Herausgeberin der Reihe (und auch Mitherausgeberin dieses Bandes) stelle ich fest, dass die Herausgeber alle Beiträge mit der gebotenen Sorgfalt für den Druck vorbereitet haben. Alle Texte wurden einem Standard-Redaktionsverfahren unterzogen, unter anderem wurden sie von einem Anti-Plagiats-Programm überprüft – auch der oben erwähnte umstrittene Beitrag. Bei der redaktionellen Prüfung ergaben sich keine beunruhigenden Anzeichen dafür, dass der Text nicht den wissenschaftlichen Standards entsprach. Die Schriftreihe erscheint bei Brill Deutschland GmbH: V&R unipress | Vandenhoeck & Ruprecht; der Verlag wurde über den Fall informiert. Die Verhaltensregeln bei Vorwürfen wissenschaftlichen Fehlverhaltens werden in Deutschland – auf Grundlage des geltenden Urheberrechtsgesetzes – von den einzelnen wissenschaftlichen Einrichtungen geregelt. Zu den Empfehlungen der Deutschen Forschungsgemeinschaft gehören unter anderem die folgenden Punkte, S. 23: „Die untersuchende Stelle trägt dem Grundgedanken der Unschuldsvermutung gegenüber der/dem Betroffenen in jedem Verfahrensstadium im Rahmen einer einzelfallbezogenen Abwägung Rechnung. Der/Dem von den Vorwürfen Betroffenen sollen grundsätzlich so lange keine Nachteile aus der Überprüfung des Verdachts erwachsen, bis ein wissenschaftliches Fehlverhalten förmlich festgestellt wurde.” Link zum Volltext. In diesem Zusammenhang werden sich die Herausgeber der Reihe und ihres ersten Bandes nicht zu den Vorwürfen gegen den umstrittenen Artikel äußern, bis der Fall von den zuständigen Behörden geklärt ist. Bis zur Bekanntgabe der Stellungnahme der autorisierten Stellen werden diese auch keine Schritte unternehmen, um den Artikel in zu kennzeichnen, ihn zurückzuziehen usw. Im Falle einer Verurteilung des Autors werden dann entsprechende Schritte eingeleitet. Mit freundlichen Grüßen Dr. Renata Skowrońska

Bisher erschienen:

Zu den Voraussetzungen dieser Veröffentlichungsreihe im Vorwort des 1. Bandes:

„Mit dem vorliegenden Band wird eine neue wissenschaftliche Schriftenreihe im Fachbereich Geschichte initiiert. Ihr Hauptziel ist, die neueste Forschung zur Geschichte Polens zu präsentieren, mit besonderer Betonung der wechselseitigen Beziehungen zum deutschen Kultur- und Geschichtsraum sowie in weiteren regionalen und überregionalen Kontexten. Aus dieser Sicht sind auch verschiedene Themen der Geschichte deutscher und anderer benachbarter Länder von relevanter Bedeutung für diese Veröffentlichung. Geografisch gesehen (und nicht nur geografisch) bilden sie zusammen eine nicht eindeutig bestimmbare Region, die entweder als Kerngebiet des Subkontinents betrachtet werden kann (Zentraleuropa), oder als eine „Zwischen”-Territorium, die inmitten der viel klarer definierbaren Westens, Ostens, Südens und Nordens Europas verortet ist: Mitteleuropa. Dieser Begriff (Mitteleuropa) fand auch seinen Platz in dem Titel dieser Schriftenreihe: Geschichte im mitteleuropäischen Kontext. Die Herausgeber sind sich vollkommen seiner Doppeldeutigkeit – gerade für die sich in den deutschen politischen Ideen des ausgehenden 19. und Beginn des 20. Jahrhunderts etwas mehr orientierten Leser – bewusst. Außerhalb von  Deutschland wurden diese Konzepte – eines Zusammenschlusses der mitteleuropäischen Länder unter deutscher Führung, die unter anderem durch Friedrich Naumann in seinem 1915 publizierten Werk Mitteleuropa dargestellt wurden – nicht besonders ernsthaft betrachtet und hatten auch keinen bedeutenden Einfluss auf die außerdeutsche Politikwissenschaft. In dem Titel unserer Schriftenreihe geht es also um eine grobe geografische Verortung der wissenschaftlichen Betrachtungen zur Geschichte, ohne dabei eindeutige Grenzen zeichnen zu wollen. Mitteleuropa ist nämlich eine sowohl geografisch als auch kulturell nicht leicht fassbare Region mit einer sehr interessanten und komplizierten Geschichte, die ihre Bevölkerung in Vielem trennt, aber gleichzeitig noch mehr verbindet. Je nach dem Ausgangspunkt der Untersuchung (Epoche, Ort und Thema) dehnen sich ihre Grenzen aus oder verengen sich. Der Begriff „Mitteleuropa” wird daher je nach Themenstellung unterschiedlich definiert werden müssen. Die Schriftenreihe wird einerseits als ein Forum für den Austausch über die neueste wissenschaftliche Forschung zur Geschichte Polens in einem weit gemeinten mitteleuropäischen Kontext gesehen. Daneben ist es den Herausgebern wichtig, die interessanten Ergebnisse der polnischen Wissenschaft einem weiteren Publikum näherzubringen.” (Renata Skowrońska)